Was bei einer Messie-Wohnung anders ist
Der Unterschied zu einer normalen Wohnungsauflösung ist nicht die Menge allein, sondern dass nichts mehr sortiert ist. Es gibt keine Schränke, in denen die Papiere liegen, und keine Kartons, die man stapeln kann. Alles liegt in Schichten, und in jeder Schicht kann etwas Wichtiges stecken.
Deshalb arbeiten wir langsamer und in kleineren Abschnitten. Statt Räume auszuräumen, tragen wir Schichten ab und sehen dabei durch: Ausweise, Verträge, Fotos, Bargeld, Schlüssel und Datenträger werden getrennt gesammelt und übergeben. Genau das ist der Grund, warum solche Aufträge mehr Zeit brauchen als eine Räumung derselben Fläche im Normalzustand.
Hinzu kommen Dinge, die es sonst nicht gibt: verdorbene Lebensmittel, durchnässte Textilien, Gerüche, gelegentlich Ungeziefer. Damit rechnen wir, und wir bringen die passende Ausrüstung mit. Sie müssen nichts davon vorbereiten.
Sie müssen sich nicht erklären
Fast alle Anfragen zu diesem Thema beginnen mit einer Entschuldigung. Das ist verständlich und unnötig. Wir haben diese Wohnungen oft gesehen, und wir bewerten sie nicht – weder bei der Besichtigung noch im Team, noch gegenüber Nachbarn.
Praktisch heißt das: Sie müssen vorher nichts aufräumen. Der häufigste Grund, warum eine Räumung monatelang verschoben wird, ist der Versuch, vorher selbst „einen Anfang zu machen". Das führt fast immer dazu, dass gar nichts passiert. Rufen Sie an, wie es ist.
Sie müssen auch nicht dabei sein. Viele Auftraggeber übergeben den Schlüssel und kommen erst zur Abnahme wieder. Wenn Sie das so möchten, sagen Sie es – wir schicken Ihnen Fotos vom Ergebnis, statt Sie durch die Wohnung zu führen.
Für Angehörige, Betreuer und Hausverwaltungen
Ein großer Teil dieser Aufträge kommt nicht von der Person selbst, sondern von Angehörigen, rechtlichen Betreuern oder der Hausverwaltung – oft, wenn eine Kündigung im Raum steht oder das Gesundheitsamt eingeschaltet wurde.
Dabei gilt eine Grenze, die wir nicht verschieben: Wir räumen nur mit dem Einverständnis der verfügungsberechtigten Person oder auf Grundlage einer entsprechenden Befugnis. Eine Wohnung gegen den Willen der Bewohnerin oder des Bewohners zu räumen, ist keine Dienstleistung, die man bestellen kann – dafür braucht es einen Titel und den zuständigen Gerichtsvollzieher.
Wenn eine Betreuung besteht, klären Sie die Kostenfrage vorab mit der Betreuung und gegebenenfalls dem Sozialamt. Ob Kosten übernommen werden, entscheidet immer die zuständige Stelle und nie wir; wir stellen aber ein schriftliches Angebot, das Sie dort einreichen können.
Wie so eine Räumung praktisch abläuft
Die Besichtigung dauert länger als sonst, meist eine halbe Stunde. Wir sehen uns jeden Raum an, schätzen die Menge, prüfen Zugang und Treppenhaus und fragen nach dem, worauf wir achten sollen. Danach steht der Festpreis, und er ändert sich nicht, auch wenn unter der obersten Schicht mehr liegt als sichtbar war.
- Wir bringen alles mit – Schutzausrüstung, Handschuhe, Atemschutz, Beleuchtung, Behälter. Sie müssen nichts stellen.
- Schichtweise statt raumweise. Jede Lage wird durchgesehen, bevor sie auf den Wagen geht.
- Getrennt gesammelt: Dokumente, Schlüssel, Ausweise, Bargeld, Fotos, Datenträger – in eigenen Behältern.
- Mehrere Tage sind normal. Bei starkem Füllgrad planen wir von vornherein mit Folgetagen statt mit Überstunden.
- Grobreinigung zum Schluss: Boden gefegt, grober Schmutz entfernt, Fenster geöffnet.
Was nach der Räumung meist noch ansteht
Eine geräumte Wohnung ist selten sofort wieder vermietbar. Häufig sind Bodenbeläge nicht zu retten, Wände müssen gestrichen werden, gelegentlich ist Schimmel unter Möbeln zum Vorschein gekommen. Wer das gleich mitplant, spart einen zweiten Handwerkerauftrag und mehrere Wochen.
Malerarbeiten rechnen wir mit 17 € pro m² ab, mindestens 400 €; Kleinreparaturen wie Sockelleisten, Wandlöcher oder Silikonfugen kommen als Einzelpositionen dazu. Was dabei möglich ist, steht auf der Seite Sanierung und Renovierung.
Wenn es um eine Mietwohnung geht, klären Sie vorher mit dem Vermieter, was tatsächlich verlangt wird. Besenrein ist die gesetzliche Messlatte – alles darüber hinaus ist Verhandlung, und die führt man besser vor der Räumung als danach.
Was eine Messie-Entrümpelung kostet
Gerechnet wird wie bei jeder Räumung nach Fläche – für eine Wohnung 36 € pro m², mindestens 675 €. Der Unterschied steckt im Füllgrad: Er ist der einzige Faktor, der den Grundpreis multipliziert. Stark verschmutzt rechnet mit 1,55, messiartig mit 1,75. Aus 1.000 € Grundpreis werden damit 1.750 €.
Dazu kommen Stockwerkzuschläge ohne Aufzug (150 € bis 590 €) und Sonderabfälle (170 € bei wenigen, 460 € bei vielen). Im Servicegebiet ziehen wir 5 % ab. Der Preis steht nach der Besichtigung fest – gerade in diesen Fällen ist das der Punkt, auf den es ankommt: Nachforderungen wegen „mehr als gedacht" gibt es bei uns nicht.
Jede einzelne Rechengröße mit Beispielen steht auf Entrümpelung Kosten.